Sukkulenten sind nicht nur pflegeleicht, sondern lassen sich auch erstaunlich einfach vermehren. Mit ein paar Handgriffen erweiterst du deine Sammlung, verschenkst Ableger oder tauschst sie mit anderen Pflanzenfreunden. In diesem Beitrag zeigen wir dir die vier gängigsten Methoden und worauf du bei jeder achten musst.
Warum Sukkulenten vermehren?
Die Vermehrung ist günstig, macht Spaß und trainiert ganz nebenbei deinen grünen Daumen. Du kannst neue, einzigartige Exemplare zur Sammlung hinzufügen, Pflanzen verjüngen und die Ableger verschenken oder tauschen.
Die Methoden im Überblick
| Methode | Funktioniert gut bei | Kurz erklärt |
|---|---|---|
| Ableger | Echeveria, Sempervivum, Aeonium | Die Pflanze bildet kleine Rosetten, die du abtrennst und einpflanzt. |
| Blattstecklinge | Echeveria, Graptopetalum, Sedum | Aus einem einzelnen Blatt wächst eine neue Pflanze. |
| Stammstecklinge | Aufrecht wachsende Arten wie Senecio, Crassula, Euphorbia | Ein Stück des Triebs wird abgeschnitten und bewurzelt. |
| Samen | Viele Arten, wenn du Geduld hast | Aufwendig, dafür entstehen mitunter ganz neue Pflanzen. |
Für den Einstieg eignet sich ein Stecklinge-Mixpaket. Dort kannst du mehrere Sorten gleichzeitig ausprobieren.
Ableger abtrennen
Die einfachste Methode: Viele Sukkulenten bilden von selbst kleine Rosetten, die du von der Mutterpflanze lösen kannst.
- Schritt 1 – Abwarten: Warte, bis der Ableger eine gute Größe und feste Wurzeln entwickelt hat.
- Schritt 2 – Abtrennen: Löse den Ableger vorsichtig von der Mutterpflanze, am besten mit etwas Erde um die Wurzeln.
- Schritt 3 – Antrocknen: Lass ihn ein paar Tage trocknen, damit die Schnittstelle verheilt.
- Schritt 4 – Einpflanzen: Setz ihn in einen kleinen Topf mit durchlässigem Substrat.
- Schritt 5 – Sparsam gießen: Gieße nur wenig, bis die neue Pflanze eingewurzelt ist.
Blattstecklinge ziehen
Diese Methode klappt besonders gut bei Echeverien, Graptopetalum und Sedum. Eine ausführliche Anleitung mit Erfolgstabelle findest du in unserem Beitrag Wie vermehre ich eine Echeveria?
- Schritt 1 – Blatt wählen: Nimm ein gesundes, ausgereiftes Blatt.
- Schritt 2 – Abdrehen: Löse es vorsichtig mit einer leichten Drehbewegung vom Stamm.
- Schritt 3 – Antrocknen: Lass das Blatt ein paar Tage liegen, bis die Schnittstelle verheilt ist.
- Schritt 4 – Auflegen: Leg das Blatt auf Kakteenerde in einem Topf oder einer Schale.
- Schritt 5 – Leicht feucht halten: Das Substrat sollte nie nass sein, bis sich Wurzeln und kleine Triebe zeigen.
Stammstecklinge bewurzeln
Aufrecht wachsende Arten wie Senecio oder Crassula vermehrst du über Triebstücke.
- Schritt 1 – Trieb wählen: Such einen gesunden, kräftigen Trieb aus.
- Schritt 2 – Schneiden: Schneide ihn mit einem scharfen, sauberen Messer etwa 5 bis 10 cm lang ab.
- Schritt 3 – Antrocknen: Lass den Steckling ein paar Tage abtrocknen.
- Schritt 4 – Einpflanzen: Steck ihn in einen Topf mit Kakteenerde.
- Schritt 5 – Leicht feucht halten: Nur so viel gießen, dass das Substrat nicht austrocknet, bis neue Wurzeln wachsen.
Vorsicht bei Euphorbien: Ihr Milchsaft reizt die Haut und ist auch für Haustiere ungeeignet. Trag beim Schneiden Handschuhe und halte die Pflanzen von Katzen und Hunden fern.
Aus Samen ziehen
- Schritt 1 – Samen besorgen: Kauf hochwertige Samen aus einer vertrauenswürdigen Quelle.
- Schritt 2 – Aussäen: Verteile sie in einer flachen Schale mit Anzucht- oder Kakteenerde.
- Schritt 3 – Feucht halten: Das Substrat soll leicht feucht, aber nicht nass sein, bis die Samen keimen.
- Schritt 4 – Pikieren: Sobald die Sämlinge groß genug sind, setzt du sie in einzelne kleine Töpfe.
- Schritt 5 – Großziehen: Pflege die jungen Pflanzen sorgfältig, bis sie robust genug für größere Töpfe sind.
Tipps für den Erfolg
- Verwende immer gut durchlässiges Substrat, am besten speziell für Kakteen und Sukkulenten
- Gieße vorsichtig und nur, wenn die Erde tatsächlich trocken ist
- Stell die jungen Pflanzen hell, aber nicht in pralle Sonne
- Sei geduldig – Sukkulenten wachsen oft langsam, dafür beständig
Fazit
Ob Ableger, Blatt, Trieb oder Samen: Mit durchlässigem Substrat, sparsamem Gießen und etwas Geduld gelingt die Vermehrung fast jedem. Starte am besten mit Ablegern oder Blattstecklingen und probiere dich dann an den anspruchsvolleren Methoden. Viel Erfolg beim Vermehren!
